Deutsche Hochschulmeisterschaften im Rudern 2026
Pünktlich zum Sonnenaufgang versammelten sich am Freitag, den 10. Juli 2026, 16 Erlanger Ruderer, um zusammen gen Westen nach Krefeld in das Ruhrgebiet zu fahren und dort der Deutschen Hochschulmeisterschaft (DHM) den FAU-Stempel aufzudrücken. Frohen Mutes und angeführt von den Organisatoren Leon Kindel und Roman Winkler ging es sodann auch schon in zwei Autos los. Die Stimmung dank guter Musik ausgelassen, die Müdigkeit mit jeder vergangenen Minute geringer und die Motivation mit jedem geschafften Kilometer höher; es sollte ein spannendes Wochenende werden.
Mittags am Elfrather See in Krefeld angekommen, machte sich das ganze Team daran, das Material abzuladen und sich auf die anstehenden Rennen vorzubereiten; mental, aber auch körperlich – eine Massagepistole erfreute sich dabei großer Beliebtheit.
Auf der DHM gibt es drei Wettkampfkategorien: Anfängerinnen und Anfänger fahren in der Novice-Kategorie 500 Meter Sprints in den breiten, stabilen Gig-Booten. Ruderer mit etwas mehr Erfahrung treten in der Challenge-Kategorie gegeneinander an und fahren dabei in den schmaleren, schnelleren Rennbooten 1000 Meter. Zuletzt gibt es die offene Kategorie für all jene, die bereits langjährige Rudererfahrung mitbringen, also insbesondere für ehemalige und aktive Leistungssportler.
Um kurz nach 16 Uhr gingen dann auch schon die ersten Erlanger an den Start. Der Offene Männer Doppelvierer, bestehend aus Schlagmann Julian Kindel, Lukas Grimm, Roman Winkler und Leon Kindel, erwischte einen starken Start in die Regatta. Bereits im Vorlauf zahlten sich die vielen gemeinsam absolvierten Trainingskilometer aus: Schon auf der ersten Streckenhälfte erarbeitete sich das Erlanger Team souverän den 2. Platz, den es auf den zweiten 500 Metern kontrolliert und locker ins Ziel verwaltete. Im sehr stark besetzten A-Finale verpasste die Mannschaft trotz eines couragierten Rennens nur knapp das Podest und erruderte unter 12 gestarteten Booten einen starken 4. Platz.
Großes Pech hatte hingegen der Offene Frauen Doppelzweier mit Carolin Oldenkott und Floria Herget: Trotz einer überragenden Leistung und der insgesamt 5. schnellsten Zeit von allen 18 gestarteten Booten schieden die beiden leider unglücklich aus. Als Vierte im mit Abstand stärksten Vorlauf verpassten sie den Einzug ins Halbfinale denkbar knapp.
Am frühen Abend ruderte sich der Novice Frauen Doppelvierer in die Herzen der ganzen Erlanger Delegation: Trotz eines starken zweiten Platzes im Vorlauf mussten sie sich im Hoffnungslauf nochmal unter Beweis stellen. Und das gelang ihnen auch kaum eine Stunde später in eindrücklicher Art und Weise; mit dem ersten Platz qualifizierten sich die Frauen wohlverdientermaßen für das Halbfinale. Schlussendlich gelang es Anna-Katharina Funk, Mira Maiwald, Oana Luca und Johanna Kunz, den 2. Platz im B-Finale zu belegen. Gesteuert wurde das Team vom souveränen Nils Guhr. Gratulation!
Dem Novice Männer Doppelvierer sollte es leider nicht gelingen, sich für das Halbfinale zu qualifizieren, war die Konkurrenz doch etwas zu stark für das Team, das erst im April mit dem Rudern angefangen hat. Nichtsdestotrotz haben alle Mitglieder des „Shrimp“-Teams Wettkampfluft geschnuppert und sich nicht entmutigen lassen.
Im Offenen Männer Doppelzweier zeigten Lukas Grimm und Leon Kindel ebenfalls eine sehr starke Leistung. Nachdem sie im Halbfinale den Einzug ins A-Finale nur knapp verpasst hatten, gaben die beiden im B-Finale noch einmal richtig Gas. Am Sonntagnachmittag riefen sie dort ihr volles Potenzial ab, kontrollierten das Feld von Beginn an und fuhren einen glänzenden 1. Platz mit knapp 5 Sekunden Vorsprung heraus.

Nachdem es die beiden Novice Mixed Doppelvierer in ihren respektiven Vorläufen am Samstagabend nicht auf den ersten Platz geschafft hatten, mussten sie am Sonntagmorgen nochmal im Hoffnungslauf ran. Wie der DHM-Kommentator treffend bemerkte, hatten beide Teams „gut gefrühstückt“ und erruderten sich gemeinsam die beiden offenen Plätze für das AB-Halbfinale. Dabei ließen sie ihre Konkurrenten fast zehn Sekunden hinter sich. Im Halbfinale mussten sie sich nach technischen Schwierigkeiten der Opposition geschlagen geben, konnten aber ein letztes Mal im B-Finale alles geben. Dort gelang beiden Teams ein schönes Rennen: Johanna Kunz, Oana Luca, Manfred Müller, Nils Guhr und ihr Steuermann Marco Giovanni Mattioli belegten den 6. Platz, während Steuermann Vincent Hein seine Schlagfrau Mira Maiwald, den „Maschinenraum“, bestehend aus Niklas Zeithammel und Romain Mahmoodi, und die unermüdliche Anna-Katharina Funk im Bug eindrucksvoll in zweiter Position über die Ziellinie beorderte, nachdem Mira Maiwald ihr Team auf das Rennen eingeschworen hatte und angekündigt hatte, dass dieses letzte Rennen weh- undguttun werde.
Das sportliche Highlight der Regatta erbrachte der Offene Mixed Doppelvierer um Schlagfrau Carolin Oldenkott. Gemeinsam mit Roman Winkler, Julian Kindel und Floria Herget präsentierte sich das Erlanger Boot über das gesamte Wochenende in überragender Form. Sowohl ihren Vorlauf als auch das Halbfinale dominierte die Vierer-Crew und fuhr jeweils deutliche Vorsprünge heraus. Im stark besetzten A Finale setzte das Team auf eine mutige „Fly and Die“ Renntaktik: Die Erlanger fuhren beim Startspurt direkt an die Spitze, diktierten lange Zeit das Tempo des Feldes und führten das Rennen mit an. Erst auf den letzten Metern hatte das Boot aus Münster noch etwas mehr Reserven und zog im Endspurt leicht vorbei. Für diese sehr starke Leistung belohnten sich die Erlanger mit der hochverdienten Silbermedaille sowie dem Titel des Deutschen Vize-Hochschulmeisters.

Das DHM-Wochenende in Krefeld wird allen Ruderern sehr positiv in Erinnerung bleiben. Wegen der taffen Rennen, aber auch und vor allem wegen der schönen und gemeinschaftlichen Erfahrungen und Momente am Elfrather See … und bereits jetzt werden für nächstes Jahr Pläne geschmiedet!

„Jubel!“ zum Abschluss der DHM
Autor: Manfred Müller
Bilder: Lukas Grimm